Sempacherlied 
-1-
Lasst hören aus alter Zeit von kühner Ahnen Helden-
streit, von Speerwucht und wildem Schwertkampf, von
Schlachtstaub und heissem Blutdampf. Wir singen heut'
ein heilig Lied, es gilt dem Helden Winkelried.
- 2 -
Bei Sempach, der kleinen Stadt, manch' Ritter wohl
gespottet hat. Der Heetross zerstört das Kornfeld, doch
warnend ruft ein Kriegsheld: "In kurzem bringt euch
blutigrot ein Eidgenoss das Morgenrot!"
- 3 -
Man ziehet ins Schlachtgewühl zum heissen Kampf,
der Tag war schwül. Im Stahlkleid gar grausig furchtbar
stand Oesterreichs geübte Kriegsschar; doch kühlt der Tod
bald ihren Mut; in unserem Land wallt Schweizerblut.
- 4 -
Sie stürzen mit freier Brust, im Herzen Mut und
Siegeslust, zum Kampfplatz, wo man in Schlachtwut dumpf
brüllend sich wälzt im Herzblut; es trotzt das Heer, die Not
wird gross, und mancher stirbt vom Speeresstoss.
- 5 -
"Erhaltet mir Weib und Kind, die eurer Hut emp-
fohlen sind!" ruft Struthan, umfasst mit Mannskraft,
drückt nieder der langen Speer' Schaft, gräbt's in die
weite Heldenbrust, mit Gott der Freiheit sich bewusst.
- 6 -
Uns über die leiche tritt das Heldenvolk im Sturmes-
schritt. Der Schertschlag erblitzet furchtbar, im Helm-
glanz erbleicht die Mordschar und es erdröhnt von Berg zu
Tal, der freien Nachwelt Siegeshall.
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